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Tapeten


Dekorationstechnik
Antiquar Ingela Broström, Länsstyrelsen Gävleborg
Vorsitzende im schwedischen Verein für Baupflege

Tapeten wurden lange als ein bürgerliches Phänomen betrachtet und hat nichts mit der „echten" Volkskultur zu tun. Das ist total falsch. Statt dessen sollte man die Tapeten als eine De-korationstechnik unter den anderen sehen, welche die Bauernmaler auf ihrem Repertoire hatten.

Mehr als ein halbes Jahrhundert arbeiteten sie Seite an Seite mit Wandmalereien. Der gleiche Kunstmaler konnte im Flur marmorieren, biblische Motive im Saal malen und gleichzeitig Tapeten an die Wände in der Kammer kleben. Die Tapeten komplettierte er meistens mit seinen eigenen klischeegemalten Borten.

Ende des 19 Jahrhundert war es möglich farbenfrohe Tapeten und mit schön gezeichneten Mustern maschinell zu drucken und zu einem erschwinglichen Preis zu kaufen... Die Herstellung von Tapeten in Schweden hatte nun so sehr zugenommen, dass man fast keine zu importieren brauchte. Die Tapeten herrschten nun uneingeschränkt, doch die Geschicktheit der Kunstmaler konnte immer noch in Form von reichlich dekorierten Decken und raffinierten Eckenornamenten zum Ausdruck kommen.