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Gebäude

Provinzialantiquar a. D. Erik Nordin, Länsstyrelsen Gävleborg

Derjenige der durch Hälsingland fährt ist darüber erstaunt, dass die Bebauung so hervortretend ist und die Landschaft so ausdrucksvoll prägt. Meistens spricht man von Bauernadel und Holschlössern. Was ist das Besondere mit diesem Bauerbe und was ist wicht zu erhalten?

Stolz und stilsicher

Die im Mittelpunkt stehende Baukultur aus der Mitte des 18 Jahrhundert und der ersten Hälfte des 19 Jahrhundert existiert noch aber fragmentarisch. Wir das späte 19 Jahrhundert und frühe 20 Jahrhundert mit Holzschnörkeleien und Anlagen in großem Stil auch nicht vergessen.

Es gibt keinen Gebäudetyp den man als „Bauernhof in Hälsingland" bezeichnen könnte. Vielleicht gibt es aber besondere Kennzeichen die das Bauen geprägt haben, so dass es trotz unterschiedlichen Formen doch als typisch für Hälsingland empfunden werden kann. Es handelt sich eigentlich um ziemlich einfache Eigenschaften, nämlich die Freude am Bauen vereint mit Gefühl für Stil und Furchtlosigkeit, vielleicht aber mit ein wenig Prahlerei und Wettstreit. Dadurch, das man mehr als notwendig gebaut hatte, ist vieles unangewendet und unzerstört stehen geblieben. Heute sind diese Gebäude phantastische geschichtliche Dokumente und sehr wertvoll für die Zukunft.

Es gibt in der Architektur der Bauernhöfe ein starkes klassisches Kennzeichen. Es dreht sich hier nicht um Bauernhäuser unabhängig von Architekturströmungen dieser Zeit. Welche waren die Inspirationsquellen? Welche Vorbilder hatten die Bauern i Hälsingland für ihre Holzhäuser, die mit profilierten Dachleisten wie auf einem Herrenhof aus Stein und Fensterfutter mit klassischem Leistenwerk versehen waren, Veranden hatten, die wie griechische Tempel aussahen? Dies alles wurde mit hoher handwerksmäßig und künstlerischen Qualität ausgeführt. Die Holzhandhabung ist perfekt, Leisten und Profile haben Möbelqualität. Trotz der heißen Sonnen und der Feuchtigkeit im November gibt immer noch nach 150 Jahren Originale. Der Verschleiß macht sich bemerkbar und Pflege ist eine Notwendigkeit.

Der Bauernhof im Dorf und in der Landschaft
Alte Fotografien zeigen Dörfer wie Häusergruppen in Reihen den Höhenrücken entlang und in den Waldrändern in der Landschaft. Zwischen den Bäumen ist es licht und dicht zwischen den Häusern. Heute ist es nicht so deutlich zu sehen. Die Pflanzenwelt hat sich verdichtet und die Häuser sind weniger geworden, doch die Grundstruktur ist geblieben. Der Häuserreichtum ist immer noch offenbar. Alle größeren Bauernhöfe hatten mehrere Wohnhäuser, manchmal zwei, manchmal drei Häuser. Gewisse waren für Feste und Zusammenkünfte gedacht. Die wichtigsten Gebäude wurden um den Innenhof gruppiert, möglicherweise in einem Viereck. Nur wenige dieser im Viereck gebaute Höfe sind noch bewahrt. Im 19 Jahrhundert hörte das Viereck auf dem Hof auf. Die Gruppierung mit einem Hauptgebäude und Flügelgebäuden wurde modern und ist heute noch zu sehen. Auf dem Innenhof konnten Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude stehen. Zur Jahrhundertwenden begann man Gärten um das eigentliche Wohnhaus anzulegen. Die wenigen Gärten lagen früher in einem besonderen Gehege. Das war ein kahles aber straffes Hofmilieu und nicht gerade eine schmeichelndes Idylle.

In der älteren Besiedlung gibt es ein deutliches und ausdrucksvolles Verhältnis zwischen aus und Boden. Die älteren Lagen von Hof und Dorf sind in der Landschaft bemerkbar. Das Verhältnis wird als harmonisch und selbstverständlich erlebt, wenn auch die Besiedlung in keiner Weise untergeordnet ist. Diese treten stolz und selbstbewusst auf in Höhenlagen, an der Südseite Hängen und auf Bergrücken hervor. Die Höhenlage bietet ein gutes Baugelände, einen festen Untergrund, sowie eine trockene und warme Lage. Auf den Hängen unterhalb der Bauernhöfe und Dörfer liegt das Ackerland, und ganz unten im Tal die feuchten Böden für Heu und Wiesen. Heutzutage sind diese Böden dräniert und urbar gemacht oder zugewachsen. Scheunen erinnern manchmal immer noch an die Anwendung der Böden. Man fürchtete sich nicht Häuser am Hang zu bauen. Auf Grund dieser Bauweise konnte ein Wohnhaus einen Keller erhalten. Unterhalb des Kuhstalls wurden Ställe für Federvieh und unterhalb der Scheune wurden Verwahrungsräume gebaut und manchmal ein Pferd, das als Antrieb beim mechanischem Dreschen angewendet wurde

Die Wohnhäuser
Auch wenn das Gebäude noch so prachtvoll war, wohnte man oft einfach. Nur wenige Zimmer wurden erwärmt und die Isolierung war am Anfang des 19 Jahrhundert unzureichend. Das Wohnzimmer diente für die alltäglichen Arbeiten wie Essen zubereiten, schlafen und Zusammensein und außerdem für verschiedene Arbeiten die im Haus ausgeführt wurde, wie Spinnen, Schneidern, kleine Tischlereien machen usw. Für größere Arbeiten gab es spezielle Gebäude, z.b. eine Waschstube, eine Backstube und eine Schreinerwerkstatt. Als Wohnung konnte man auch eine oder mehrere Kammern zur Verfügung. Die übrigen Zimmer im Haus wurden meistens als Verwahrungsräume oder zu festliche Zusammenkünften gebraucht.

Ein Gebäudetyp der häufig vorkommt, ist ein Paarhaus in zwei Etagen. Dadurch dass ein altes Paarhaus vom 18 Jahrhundert ausgebaut und im 19 Jahrhundert modernisiert wurde, haben viele Bauernhöfe ihre jetzige Form erhalten. Die Halbwohnungen mit niedrigen Fenstern kamen im Anfang des 19 Jahrhundert vor. Hin und wieder kann ein Paarhaus zweieinhalbe Etagen hoch sein. Die Dachwohnung hat in diesem Fall niedrige Fenster an der Längsseite. Ziemlich ungewöhnlich ist das Einzelhaus mit nur einem großen Zimmer und kommt meistens bei Zusammenbauten oder als Bettenhaus vor.

In der ersten Hälfte des 19 Jahrhundert wurden die breiten Haustypen modern. Es konnten breitere 5 Zimmeretagen sein, doch es war mehr normal, dass Paarhausetagen mit länglichen Kammern hinter den Sälen versehen werden. Dies kann manchmal der Grund einer kennzeichnenden Verschiebung der Fenster am Giebel sein. Der Haustyp kann auch verkürzt werden und besteht dann aus zwei Sälen gegen diagonal gelegene Ecken im Haus. Die sechsteilige Etage mit einem Saal in der Mitte des Gebäudes kam erst am Ende des 19 Jahrhundert im Zusammenhang mit der Epoche der Holzschnörkeleien. Kalte Wohnzimmer, Zimmer für Knechte und Mägde sind hier und dort im Anschluss an Schuppen eingerichtet oder Ställe vom 18 Jahrhundert und frühem 19 Jahrhundert.


Eine alltäglich vorkommende Bauart auf dem Hof war, dass eines der Wohnhäuser, entweder ein Einzelhaus oder ein Paarhaus mit Waschhaus und Vorratsräumen zu einem Reihenhaus zusammengebaut wurde, welches auch Wohnzimmer und Wirtschaftsräume enthielt. Ein solches Gebäude konnte auch so eingerichtet werden, dass auch Kuhställe enthalten waren. Der Kuhstall war in Hälsingland ein sauber gescheuertes Zimmer mit Fenster und Flickenteppiche auf dem Fußboden. Eine Wohnung mit Räumlichkeiten zusammenzubauen wurde als unhygienisch betrachtet und von den Distriktsärzten als schlechter Wohnungszustand kritisiert. Trotzdem lebte die Sitte weiter bis zum 20 Jahrhundert.

In der Regel ist es im nordöstlichen Hälsingland so, dass ein Haus und auch ein Kuhstall, Stall usw. in einem Winkel oder manchmal in einer noch mehr komplizierten Form zusammengebaut wurde. Dies gilt für Katen aber auch für sehr große Höfe. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde dies zur Regel. Gleichzeitig wie die Musterbücher dafür propagieren, dass alle Wirtschaftsräume unter einem Dach gesammelt werden und dass diesem Gebäude eine zusammenhaltende architektonische Form verliehen wird, hatte man in Hälsingland in vielen Fällen die Angewohnheit auch Wohnzimmer in diesem Gebäude einzurichten. Wenn ein Flügelgebäude ein Wohn-haus enthält und das andere Flügelgebäude z.b. mit Scheune, Kuhstall, Schuppen und anderen Räumen zu einer großartigen Gesamtheit zusammengebaut ist, resultiert dies in symmetrische Baukomplexe.

Die Siedlung wird am Ende des 19 Jahrhundert von neuen Symbolen geprägt. Zimmern gilt weiter als führende Bautechnik. Die Fundamentierung gemeißeltem Steinfuß zeigt sich als gut. Die Zimmerung von vielen Wirtschaftsgebäuden die noch immer erkennbar ist, wird ohne die herausragenden Ecken ebener. Heutzutage werden die meisten Häuser mit Täfelungen verkleidet. Die Tafelung ist Fasengespundet und meistens liegend und aus gehobelten Holz hergestellt. Mehr oder weniger sind Häuser mit Leistenwerken, profiliertem Futter usw. dekoriert. Das Dach wird dünn gebaut und erhält einen großen Hang. Die Häuser werden größer und die Etagen höher. Wohnhäuser erhalten mehr Zimmer und werden differenzierter, z.b. werden Kücheneingänge gebaut. Die sechsteilige Etage wird gebräuchlich und die Bauernhöfe mit Veranda und Frontispiz an der Vorderseite sehen aus wie kleine Herrenhöfe. Die Zusammenbauung von Wohnung und Wirtschaftsgebäude bleibt dennoch bestehen.

Wirtschaftsgebäude
Damit die Ausmistung erleichtert wird, waren Kuhställe und andere Ställe gezimmerte Gebäude und oft an Hängen gelegen. Erst um das 20 Jahrhundert begann man damit Mauern zu bauen. Die gezimmerten Kuhställe vermoderten ziemlich schnell und mussten ersetzt werden. Manchmal geschah dies unter befindlichem Dach.

Zum Kuhstall der größeren Bauernhöfe gehörte ein Waschhaus mit gemauertem Ofen und manchmal auch ein Backofen. Der Stall lag oft im Anschluss an einen Schuppen oder eine geschlossenen Stallschuppen. Eine Scheune muss kräftig und dicht gezimmert sein, den diese muss großen Belastungen Stand halten und dicht sein sodass das Getreide nicht verdorben wird. Ein Speicher musste ebenfalls gut gebaut sein, den dieser war der Tresor für den Bauernhof. Meistens lagen diese Gebäude außerhalb des Vierecks, damit sie bei einem Brand nicht beschädigt werden konnten. Hier wurde die absolut beste Technik beim Zimmern verlangt, denn diese Gebäude sind diejenigen, die durch die Jahre am besten erhalten geblieben sind.

Die Scheune war ein spezielles gebautes Gebäude und an eine besondere Dreschmethode angepasst. Zu Beginn war es Schlagdreschen und Ende des 17 Jahrhundert Dreschen mit der Hilfe des Pferdes. Das mechanisieren von Dreschen und die Handhabung von Flachs wurde kennzeichnend für Hälsingland. Die speziellen Gebäude in denen diese Arbeiten ausgeführt wurden lagen oft an fließenden Gewässern. Nur wenig Stätten die von diesem zeugen sind heute noch erhalten geblieben. Diese befanden sich in der Regel unter der Scheune und manchmal neben dieser.

Am Ende des 19 Jahrhundert werden die Wirtschaftsgebäude größer gebaut und mit mehreren Betätigungen unter einem Dach. Über den Kuhställen und anderen Ställen wurden große Heuboden mit Aufzugsrampe gebaut. Zu Beginn des 20 Jahrhundert baut man ein Dach über den Misthaufen. Symmetrie und Ordnung prägen die Architektur, aber auch die Dekorationen um Fenster, auf schalenförmigen Dächern und Haustüren. Um die Wohnhäuser wurden Gärten und symmetrische Beete mit Zierpflanzen angelegt und eine Fahnenstange aufgestellt.

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