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Derjenige der durch Hälsingland fährt ist darüber erstaunt,
dass die Bebauung so hervortretend ist und die Landschaft so ausdrucksvoll
prägt. Meistens spricht man von Bauernadel und Holschlössern.
Was ist das Besondere mit diesem Bauerbe und was ist wicht zu erhalten? Es gibt keinen Gebäudetyp den man als Bauernhof in Hälsingland" bezeichnen könnte. Vielleicht gibt es aber besondere Kennzeichen die das Bauen geprägt haben, so dass es trotz unterschiedlichen Formen doch als typisch für Hälsingland empfunden werden kann. Es handelt sich eigentlich um ziemlich einfache Eigenschaften, nämlich die Freude am Bauen vereint mit Gefühl für Stil und Furchtlosigkeit, vielleicht aber mit ein wenig Prahlerei und Wettstreit. Dadurch, das man mehr als notwendig gebaut hatte, ist vieles unangewendet und unzerstört stehen geblieben. Heute sind diese Gebäude phantastische geschichtliche Dokumente und sehr wertvoll für die Zukunft. Es gibt in der Architektur der Bauernhöfe ein starkes klassisches
Kennzeichen. Es dreht sich hier nicht um Bauernhäuser unabhängig
von Architekturströmungen dieser Zeit. Welche waren die Inspirationsquellen?
Welche Vorbilder hatten die Bauern i Hälsingland für ihre Holzhäuser,
die mit profilierten Dachleisten wie auf einem Herrenhof aus Stein und
Fensterfutter mit klassischem Leistenwerk versehen waren, Veranden hatten,
die wie griechische Tempel aussahen? Dies alles wurde mit hoher handwerksmäßig
und künstlerischen Qualität ausgeführt. Die Holzhandhabung
ist perfekt, Leisten und Profile haben Möbelqualität. Trotz
der heißen Sonnen und der Feuchtigkeit im November gibt immer noch
nach 150 Jahren Originale. Der Verschleiß macht sich bemerkbar und
Pflege ist eine Notwendigkeit. In der älteren Besiedlung gibt es ein deutliches und ausdrucksvolles
Verhältnis zwischen aus und Boden. Die älteren Lagen von Hof
und Dorf sind in der Landschaft bemerkbar. Das Verhältnis wird als
harmonisch und selbstverständlich erlebt, wenn auch die Besiedlung
in keiner Weise untergeordnet ist. Diese treten stolz und selbstbewusst
auf in Höhenlagen, an der Südseite Hängen und auf Bergrücken
hervor. Die Höhenlage bietet ein gutes Baugelände, einen festen
Untergrund, sowie eine trockene und warme Lage. Auf den Hängen unterhalb
der Bauernhöfe und Dörfer liegt das Ackerland, und ganz unten
im Tal die feuchten Böden für Heu und Wiesen. Heutzutage sind
diese Böden dräniert und urbar gemacht oder zugewachsen. Scheunen
erinnern manchmal immer noch an die Anwendung der Böden. Man fürchtete
sich nicht Häuser am Hang zu bauen. Auf Grund dieser Bauweise konnte
ein Wohnhaus einen Keller erhalten. Unterhalb des Kuhstalls wurden Ställe
für Federvieh und unterhalb der Scheune wurden Verwahrungsräume
gebaut und manchmal ein Pferd, das als Antrieb beim mechanischem Dreschen
angewendet wurde Die Wohnhäuser Ein Gebäudetyp der häufig vorkommt, ist ein Paarhaus in zwei
Etagen. Dadurch dass ein altes Paarhaus vom 18 Jahrhundert ausgebaut und
im 19 Jahrhundert modernisiert wurde, haben viele Bauernhöfe ihre
jetzige Form erhalten. Die Halbwohnungen mit niedrigen Fenstern kamen
im Anfang des 19 Jahrhundert vor. Hin und wieder kann ein Paarhaus zweieinhalbe
Etagen hoch sein. Die Dachwohnung hat in diesem Fall niedrige Fenster
an der Längsseite. Ziemlich ungewöhnlich ist das Einzelhaus
mit nur einem großen Zimmer und kommt meistens bei Zusammenbauten
oder als Bettenhaus vor. In der ersten Hälfte des 19 Jahrhundert wurden die breiten Haustypen
modern. Es konnten breitere 5 Zimmeretagen sein, doch es war mehr normal,
dass Paarhausetagen mit länglichen Kammern hinter den Sälen
versehen werden. Dies kann manchmal der Grund einer kennzeichnenden Verschiebung
der Fenster am Giebel sein. Der Haustyp kann auch verkürzt werden
und besteht dann aus zwei Sälen gegen diagonal gelegene Ecken im
Haus. Die sechsteilige Etage mit einem Saal in der Mitte des Gebäudes
kam erst am Ende des 19 Jahrhundert im Zusammenhang mit der Epoche der
Holzschnörkeleien. Kalte Wohnzimmer, Zimmer für Knechte und
Mägde sind hier und dort im Anschluss an Schuppen eingerichtet oder
Ställe vom 18 Jahrhundert und frühem 19 Jahrhundert. In der Regel ist es im nordöstlichen Hälsingland so, dass ein Haus und auch ein Kuhstall, Stall usw. in einem Winkel oder manchmal in einer noch mehr komplizierten Form zusammengebaut wurde. Dies gilt für Katen aber auch für sehr große Höfe. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde dies zur Regel. Gleichzeitig wie die Musterbücher dafür propagieren, dass alle Wirtschaftsräume unter einem Dach gesammelt werden und dass diesem Gebäude eine zusammenhaltende architektonische Form verliehen wird, hatte man in Hälsingland in vielen Fällen die Angewohnheit auch Wohnzimmer in diesem Gebäude einzurichten. Wenn ein Flügelgebäude ein Wohn-haus enthält und das andere Flügelgebäude z.b. mit Scheune, Kuhstall, Schuppen und anderen Räumen zu einer großartigen Gesamtheit zusammengebaut ist, resultiert dies in symmetrische Baukomplexe. Die Siedlung wird am Ende des 19 Jahrhundert von neuen Symbolen geprägt. Zimmern gilt weiter als führende Bautechnik. Die Fundamentierung gemeißeltem Steinfuß zeigt sich als gut. Die Zimmerung von vielen Wirtschaftsgebäuden die noch immer erkennbar ist, wird ohne die herausragenden Ecken ebener. Heutzutage werden die meisten Häuser mit Täfelungen verkleidet. Die Tafelung ist Fasengespundet und meistens liegend und aus gehobelten Holz hergestellt. Mehr oder weniger sind Häuser mit Leistenwerken, profiliertem Futter usw. dekoriert. Das Dach wird dünn gebaut und erhält einen großen Hang. Die Häuser werden größer und die Etagen höher. Wohnhäuser erhalten mehr Zimmer und werden differenzierter, z.b. werden Kücheneingänge gebaut. Die sechsteilige Etage wird gebräuchlich und die Bauernhöfe mit Veranda und Frontispiz an der Vorderseite sehen aus wie kleine Herrenhöfe. Die Zusammenbauung von Wohnung und Wirtschaftsgebäude bleibt dennoch bestehen.
Zum Kuhstall der größeren Bauernhöfe gehörte ein Waschhaus mit gemauertem Ofen und manchmal auch ein Backofen. Der Stall lag oft im Anschluss an einen Schuppen oder eine geschlossenen Stallschuppen. Eine Scheune muss kräftig und dicht gezimmert sein, den diese muss großen Belastungen Stand halten und dicht sein sodass das Getreide nicht verdorben wird. Ein Speicher musste ebenfalls gut gebaut sein, den dieser war der Tresor für den Bauernhof. Meistens lagen diese Gebäude außerhalb des Vierecks, damit sie bei einem Brand nicht beschädigt werden konnten. Hier wurde die absolut beste Technik beim Zimmern verlangt, denn diese Gebäude sind diejenigen, die durch die Jahre am besten erhalten geblieben sind. Die Scheune war ein spezielles gebautes Gebäude und an eine besondere
Dreschmethode angepasst. Zu Beginn war es Schlagdreschen und Ende des
17 Jahrhundert Dreschen mit der Hilfe des Pferdes. Das mechanisieren von
Dreschen und die Handhabung von Flachs wurde kennzeichnend für Hälsingland.
Die speziellen Gebäude in denen diese Arbeiten ausgeführt wurden
lagen oft an fließenden Gewässern. Nur wenig Stätten die
von diesem zeugen sind heute noch erhalten geblieben. Diese befanden sich
in der Regel unter der Scheune und manchmal neben dieser. Am Ende des 19 Jahrhundert werden die Wirtschaftsgebäude größer
gebaut und mit mehreren Betätigungen unter einem Dach. Über
den Kuhställen und anderen Ställen wurden große Heuboden
mit Aufzugsrampe gebaut. Zu Beginn des 20 Jahrhundert baut man ein Dach
über den Misthaufen. Symmetrie und Ordnung prägen die Architektur,
aber auch die Dekorationen um Fenster, auf schalenförmigen Dächern
und Haustüren. Um die Wohnhäuser wurden Gärten und symmetrische
Beete mit Zierpflanzen angelegt und eine Fahnenstange aufgestellt.
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